Ein neuer Mittelpunkt für Lank-Latum
Der neue Schützen- und Heimatbaum der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Lank-Latum ist mehr als ein Denkmal aus Metall – er ist ein aufragendes Geschichtsbuch, das die Seele eines ganzen Ortes in fünf Etagen erzählt.
Mit einer Gesamthöhe von rund 8,10 Metern wächst der Schützen- und Heimatbaum weit sichtbar in den Himmel und setzt am künftigen Standort auf dem Alten Schulhof ein unübersehbares Zeichen der Verbundenheit von Tradition, Glaube und Gemeinschaft. Errichtet wird er anlässlich des 550-jährigen Bestehens der St. Sebastianus Schützenbruderschaft von 1475 Lank-Latum e.V., getragen von der Unterstützung des Lanker Unternehmers Herbert Schäfer und des Heimatkreises Lank e.V. unter der federführenden Projektbegleitung vom amtierenden General Frank Neukirchen.
Die Einweihung ist für den 27. September 2026 geplant, wenn Lank-Latum sich um den neuen Baum versammelt und das Denkmal offiziell in das Herz des Ortes aufgenommen wird.
Die unsichtbare Struktur – ein lebendiger Baum aus Stahl
Die Gestaltung übernimmt das Atelier Michael Franke aus Erkelenz – ein bewusst gewählter Kunstansatz, der den Baum zugleich zu einem modernen Wahrzeichen macht. Im Inneren steht ein ausgeklügeltes Rohrsystem, das sich an einer natürlichen Baum- und Verästelungsstruktur orientiert, sodass die Konstruktion selbst wie ein stilisierter Baum wirkt. Diese Grundstruktur trägt die fünf Etagen des Denkmals: von der unteren Rumpfkonsole bis zur Stephanusfigur an der Spitze.
Erste Etage – Die Geschichte der Bruderschaft
Die erste Etage bildet sozusagen den Wurzelbereich der Bruderschaft: sechs Bronzesegmente erzählen in Bildern und Jahreszahlen die Historie der St. Sebastianus-Schützen.
Dargestellt werden:
Fronleichnamsprozession als Ausdruck des gelebten Glaubens,
Barrikadenkämpfe, die auf bewegte Zeiten und den Einsatz der Schützen für Ordnung und Gemeinschaft hinweisen,
Fahnenschwenken als stolzes, lebendiges Brauchtum,
das alte Königssilber von 1535 als Symbol jahrhundertealter Königswürde,
das Gründungsdatum 1475 als historischer Ankerpunkt sowie
eine Widmung, die den Stiftern und Unterstützern dankt.
Alle Elemente dieser Ebene werden in Bronze gefertigt – beständig, würdevoll und bewusst als Fundament der weiteren Baumgeschichten gewählt.
Zweite Etage – Die Kompanien als lebendige Gegenwart
Die zweite Etage gehört den Kompanien der Bruderschaft – der lebendigen Gegenwart des Lanker Schützenwesens. Wie der 1. Brudermeister Markus Reiners beschreibt, werden 18 Kompaniewappen hier in Emaille gearbeitet, beidseitig sichtbar und jeweils etwa 60 Zentimeter hoch und 45 Zentimeter breit, dargestellt. Damit spannt der Baum einen Bogen von würdevoller Vergangenheit bis in die jüngste Zeit – jede Kompanie mit ihrem eigenen, farbkräftigen Wappen, das im Alltag wie an Schützenfesttagen Identität stiftet.
Dritte Etage – Die Berufe der Ortshistorie
Die dritte Etage erzählt von der Arbeitswelt, die Lank-Latum geprägt hat, lange bevor Pendlerströme und digitale Berufe den Alltag bestimmten.
In sechs Motiven werden die traditionellen Berufe der Ortshistorie dargestellt:
Metzger / Bäcker als Sinnbild für die tägliche Versorgung und das dörfliche Miteinander,
Bauer als Symbol für die landwirtschaftlichen Wurzeln des Ortes,
Schuster / Schneider, die für Handwerk und Maßarbeit stehen,
Maurer / Zimmermann, die das Lank-Latumer Ortsbild Stein für Stein geschaffen haben,
Schmied / Sattler als Sinnbild für Kraft, Technik und Mobilität vergangener Zeiten,
Stellmacher, der Wagen und Geräte fertigte und so Handel und Transport ermöglichte.
Diese Ebene schlägt die Brücke zwischen Heimatgeschichte und modernem Ortsbild – sie erinnert daran, dass Wohlstand und Gemeinschaft auf handwerklicher Arbeit und bäuerlicher Kultur gewachsen sind.
Vierte Etage – Wahrzeichen von Lank-Latum
Die vierte Etage gehört ganz dem Ort selbst: Lank-Latumer Wahrzeichen werden hier als plastische Motive umgesetzt. Zu erkennen sein, werden der Wasserturm, die Teloy Mühle und die Lanker Pfarrkirche St. Stephanus. Wer künftig vor dem Schützen- und Heimatbaum steht, wird in dieser Etage vieles wiederfinden, was den eigenen Alltag prägt.
Fünfte Etage – Stephanus als geistige Krönung
Gekrönt wird der Schützen- und Heimatbaum von einer Skulptur des heiligen Stephanus – des Patrons der Pfarrgemeinde. Dafür wurde die Figur im November 2025 aus der Pfarrkirche „entführt“, bei einem Kunstschmied digital eingescannt und anschließend 1:1 als Aluminiumguss nachgebildet. Stephanus steht damit als schützende Gestalt über dem gesamten Baum, als Zeichen des Glaubens und der Verwurzelung der Bruderschaft.
Die Baumspitze verbindet so Kunst, Technik und Religion zu einem starken, weithin sichtbaren Bekenntnis: Lank-Latum ist mehr als ein Ort – es ist eine Gemeinschaft mit historischem und geistigem Fundament.
Ein Denkmal mit Verantwortung für die Natur
Die Errichtung des Schützen- und Heimatbaumes hatte aber auch einen Aspekt mit Wehmut für alle Beteiligten: Eine über 10 Jahre alte Linde auf dem Alten Schulhof musste weichen. „Keinem der Beteiligten aus Schützenwesen und Politik fiel diese Entscheidung leicht“, sagte der 1. Brudermeister Markus Reiners. In einer Ratsabstimmung Ende 2025 wurde diese Entscheidung unter Beisein aller Parteien von CDU, SPD, FDP bis Bündnis90 die Grünen getroffen. Der Schützen- und Heimatbaum ersetzt keinen Baum ohne Ausgleich – im Gegenteil: Mit dem Projekt sind mehrere Kompensationspflanzungen im Ort verbunden, sodass trotz Verlustes der Linde im Nachgang mehr Bäume als vorher Lank-Latum ihr Zuhause nennen können und den Ort bereichern.
es sind zwei bereits abgestimmte Stadtbäume im Ortskern von Lank-Latum und eine Weide am Herrenbusch gepflanzt worden, sowie eine zusätzliche Pflanzung auf dem Alten Schulhof ist noch in Planung. So wächst parallel zum metallenen Schützen- und Heimatbaum auch ein grüner „Wald der Verantwortung“, der zeigt, dass Traditionspflege und Naturschutz in Lank-Latum Hand in Hand gehen und auch in der Bruderschaft eine sehr hohe Bedeutung haben.
Was der Schützen- und Heimatbaum für den Ort bedeutet
Der Schützen- und Heimatbaum wird künftig zu einem neuen und liebgewonnen Treffpunkt im Jahreslauf: zum allseits beliebten Maifest und zum Schützenfest, aber auch im Alltag, wenn Kinder ihre Eltern fragen, was es mit den vielen Wappen und Figuren auf sich hat.
Er verbindet die 550-jährige Geschichte der Bruderschaft mit den Menschen und Berufen des Ortes und mit den Wahrzeichen, die Lank-Latum unverwechselbar machen. Jeder Blick nach oben erinnert an ein Stück Heimat: an Festlichkeiten, an die Musikzüge, an die Kompanien, an die Kirche, an Wasserturm und Teloy Mühle.
So erzählt der Schützen- und Heimatbaum nicht nur von der Vergangenheit, sondern lädt die Lanker und Latumer ein, ihre gemeinsame Zukunft bewusst und selbstbewusst zu gestalten – unter einem neuen, stolzen Zeichen ihres Ortes
Am Sonntag fieberten alle Lanker Schützen, ob Karl-Heinz Raven von den Freischützen oder sein Konkurrent Theo Pasch von den Grünen Husaren der Nachfolger von König Uwe I. Henze werden würde.
Mit dem 20. Schuss machte der Freischütze Kalle Raven dann den Sack zu und schoss den Königsvogel von der Stange und ernannte Theo Pasch umgehend zum Finanzminister. Zum Kriegsminister berief Raven seinen Kompaniekameraden Thomas Schwertges und als Ordonnanzoffizier wurde David Schwertges vom Bundesspielmannszug engagiert. Hofdamen sind Kira Raven, Elsa Emmerich, Kate Christopher, Mia Stirken und Marie Neukirchen.
Ebenfalls vor dem Königsschießen konnte Sappeur Fabian Süß sich mit dem 133. Schuss gegen sechs Mitbewerber durchsetzen und die Prinzenwürde erringen. Als Prinzgemahl in Büderich hatte er im letzten Jahr die dortige Jungschützenkönigin Laura Kuhlmann begleitet, jetzt wird diese ihren besten Freund als Prinzessin zur seite stehen und Begleiten.
Sechs Könige hatten sich am Samstag aufgemacht, um am 15. Stadtkönigsschuss seit 1990 teilzunehmen. In unregelmäßigem Rhythmus ermitteln hier die amtierenden Majestäten von Bruderschaften und Schützenvereinen den Ersten unter Gleichen. Da der Scheidende Stadtkönig Markus Reiners aus Lank-Latum kommt, war es unsere Aufgabe, den Wettkampf auszurichten. Nach einem Spannenden Wettkampf holte Konni Schäfer aus Büderich den Stadtkönigsvogel von der Stange.
Dementsprechend ist in zwei oder drei Jahren die Büdericher Sebastianus-Bruderschaft an der Reihe den Wettkampf auszurichten.