In diesem Archiv finden Sie unsere Berichte zu unseren Veranstaltungen von 2025 bis Heute. Die Aktuellen berichte zum laufenden Jahr finden sie weiterhin unter Aktuelles
Pünktlich um 15.30 Uhr zog das Regiment der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Lank-Latum auf dem Alten Schulhof in Lank auf. Begrüßt wurden die Schützen und Besucher von lauten Böllerschüssen der Edelweiß Kompanie
Trotz des durchwachsenen Wetters war der Marktplatz im Herzen von Lank gut besucht und auch viele große und kleine Gäste konnten den Tag bei frischen Getränken sowie Pommes und Würstchen genießen und die Zeit beim Kinderschminken oder am äußerst beliebten Kindereventwagen der Bruderschaft mit Luftgewehrschießen, Wurfbude und Luftballon-Dart verbringen.
Zum Höhepunkt wurde gegen 17.30 Uhr in der langen Geschichte der Lank-Latumer Schützen zum ersten Mal ein Kinder- bzw. Schülerprinz ermittelt. Unter den zahlreichen Anwärtern setzte sich am Ende im Finale der besten 5 Schützinnen und Schützen Jonas Wiemann mit dem 53 Schuss erfolgreich durch. Für Jonas war es eine „riesengroße Überraschung als der kleine Holzvogel herunterfiel“ und auch die beste Schützin der Vorrunde, Lena Schlungs mit 57 von 60 möglichen Punkten, berichtete ganz stolz: „Es hat richtig Spaß gemacht auch mal auf den Vogel zu schießen; eine ganz tolle Erfahrung vor so vielen Leuten.“ Mit einem Augenzwinkern kommentierte auch der 1. Brudermeister Markus Reiners die Erfolge der Kleinen „Manche Kinder schießen besser als der ein oder andere Schütze“.
Prinz Jonas erhielt zur Prinzenehrung durch den amtierenden Schützenkönig Uwe Henze eine silberne Ehrenkette und wird nun mit einer oder einem selbstgewählten Kinderminister/in am großen Festumzug an Schützenfestsonntag, mit Sitzplätzen in der Prinzenkutsche, teilnehmen.
Als es gegen Abend wettertechnisch weiter aufklärte, füllte sich der Marktplatz zusehends und gegen 23.30 Uhr, ca. eine Stunde vor dem Ende, waren sowohl Wein- wie Cocktailstand durch die zahlreichen Besucher geplündert.
Unterm Strich bleibt also festzuhalten: „Gelungene Veranstaltung, viele glückliche Kinderaugen, ein schöner geselliger Tag für Klein und Groß“.
Was haben die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Lank-Latum und der italienische Maler Michelangelos, Papst Leo X. und die Sixtinische Kapelle im Petersdom gemeinsam? Auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht viel, aber für alle spielt das Jahr 1475 eine bedeutende und tragende Rolle:
Michelangelo, einer der größten Künstler der italienischen Renaissance, wird am 6. März 1475 in Caprese geboren; Papst Leo X., mit bürgerlichem Namen Giovanni de’ Medici, kommt am 11. Dezember 1475
in Florenz zur Welt; Papst Pius IV. beginnt mit dem Bau der Sixtinischen Kapelle und bei uns wird die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Lank-Latum von 1475 in Ihren Grundzügen gegründet.
Aber aus welchem Anlass gründete man eine Schützenbruderschaft?
Hierzu bedarf es eines kurzen Abstechers in die Historie: Zentraler Bestandteil war die Kölner Stiftsfehde und der Burgunderkrieg. In diesem Zuge kam es auch zur Belagerung der Stadt Neuss vom 29.
Juli 1474 bis Ende Mai 1475 durch Karl den Kühnen von Burgund. Die Stadt Neuss war damals die wichtigste Festung des Erzstiftes Köln mit etwa 4.000 Soldaten. Den Verteidigern entgegen, standen die
Truppen Karl’s mit einer Stärke von zusammen etwa 13.000 bis 20.000 Mann – und eine solche Truppe wollte verpflegt werden. So kam es in jenen Zeiten dazu, dass in den umliegenden Dörfern und
Ortschaften herumziehende Marodeure brandschatzen, plünderten und raubten, um die Truppen zu versorgen. Zum Schutz der Bevölkerung in Lank und Latum (ja es waren damals zwei eigene Orte) gründete
sich in diesem Zuge die heutige Schützenbruderschaft.
550 Jahre später sollte dies genügend Anlass sein, das stolze Jubiläum mit einem entsprechenden Festakt zu feiern. Am Samstag, dem 05. April 2025, waren etwa 250 Gäste aus Politik, Kultur,
befreundeten Bruderschaften, Ehrenmitgliedern sowie ehemaligen Königshäusern und aktuellen Kompanievertretern ins Forum Wasserturm in Lank-Latum geladen.
Schon in seiner Eröffnungsrede stellte der 1. Brudermeister Markus Reiners die Bedeutung der Bruderschaft deutlich heraus: „Schützenbruderschaften sind jetzt und auch in Zukunft aus unserer
Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Zusammenhalt, Respekt und Toleranz sind die Grundpfeiler unseres Miteinanders. Werte, welche genau hier und jetzt zu spüren sind“. Und auch unser Landrat
Hans-Jürgen Petrauschke stellte mit einem Augenzwinkern klar, dass heutzutage das einzige Plündern aus Sicht der Bürgermeister in den Gemeinden „die Kreisumlage sei“ – Schützenbruderschaften indes in
erste Linie das soziale Miteinander, das Brauchtum und die Tradition engagiert fördern und pflegen – und mitunter auch schützen.
Untermalt wurde der Festakt durch musikalische Einlagen des Bundesspielmannszuges Lank-Latum und des Blasorchesters der Stadtwerke Krefeld, einer Präsentation mit Blick in die Vergangenheit des
letzten Jahrhunderts sowie weiteren Gruß- und Dankesworten von Bürgermeister Christian Bommers und Vertretungen des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.
Gegen 21.00 Uhr endete der Festakt mit dem Auszug der Ehrenformation sowie der Kompanie- und Bruderschaftsfahnen und einem Start in eine lange, intensive Schützennacht.
„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“, formulierte einst Thomas Morus – und so spornen 550 Jahre Bruderschaft auch weiterhin dazu an, junge Menschen für die
Bruderschaft zu gewinnen, die Tradition der Vergangenheit zu ehren, die Dorfgemeinschaft weiter zu stärken und vor allem keinen Meter populistischem Gedankengutes und Zwietracht nachzugeben.
Text: Johannes Schlungs
Großer Zapfenstreich zum Ende einer langen Schützenlaufbahn
Am Samstag, den 15.03.2025, wurde der langjährige Brudermeister der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Lank-Latum Jürgen Santen mit allen Ehren und einem großen Zapfenstreich an der Teloy Mühle in Lank in den verdienten „Ruhestand“ verabschiedet. Sein Nachfolger Markus Reiners hat die Führung der Schützen bereits seit der Jahreshauptversammlung im Januar 2025 übernommen.
Zu Jürgen Santen’s Ehren war das gesamte Regiment mit allen Kompanien noch einmal bei kühlen 4 Grad angetreten und zog unter klingendem Spiel des Bundesspielmannszuges Lank-Latum und stimmungsvoller Fackelbegleitung vor der Teloy Mühle auf.
Auch zahlreiche Gäste bestehend aus Familie, Freunden, Zuschauern und Abordnungen der benachbarten Bruderschaften hatten sich versammelt, um einem solchen Abend den passenden Rahmen zu verleihen. Markus Reiners verabschiedete Jürgen Santen mit den Worten „Du warst stets mit vollem Herzblut für die Bruderschaft am Werk, dafür danken wir dir von ganzem Herzen“.
Jürgen Santen war insgesamt 17 Jahre 1. Brudermeister der Lank-Latumer Schützen (2008-2025), davor 11 Jahre Hauptmann der Freischar Latum (1997-2008) und 17 Jahre Fähnrich selbiger. Er engagierte sich beim Festheft der Schützenbruderschaft, dem Schützen-Kneipen-Quiz, ebenso wie in der ständigen Akquise interessierter Mitbürger und neuer Schützen für unterschiedlichste Aufgaben.
Jürgen Santen ist und bleibt ein Latumer Urgestein und nicht besser als die leicht abgewandelte Liedzeile von Willy Millowitsch lässt ihn beschreiben: „Ich ben e'ne Lotumer Jung, wat willste maache? Ich ben e'ne Lotumer Jung un dun jään laache. Ich ben och söns nit schlääch, nä ich ben brav …
Text: Johannes Schlungs
Lank-Latum · Zum anstehenden 550-jährigen Jubiläum der Sebastianus-Bruderschaft Lank-Latum feierten die Schützen ihren neuen König.
Uwe Henze ist der Jubiläumskönig der St. Sebastianus-Bruderschaft Lank-Latum. Auf dem Schützenplatz kocht die Stimmung, denn der Schillsche Offizier ist beliebt und teilt seine tiefe Freude über den gelungenen Schuss auf den stolzen Holzadler über das ganze Gesicht lachend der jubelnden Menge mit. Damit hat Lank Latum zum anstehenden 550-jährigen Jubiläum nun sogar zwei Könige, denn Markus Reiners gab zwar das Lanker Schützensilber weiter, der Kapitän der Marinekompanie bleibt natürlich weiterhin Stadtschützenkönig.
Der 50-jährige Monarch Uwe Henze ist bereits seit 1991 Schütze und seit einigen Jahren als zweiter Schatzmeister auch für die Finanzen der Bruderschaft mitverantwortlich. Praktischerweise ist der gebürtige Lanker beruflich Leiter der Entgeldabrechnung eines Unternehmens. An der Seite des frischgebackenen Königs nahm Ehefrau Christiane erstmals an der Residenz, die nur einen Steinwurf vom Festplatz entfernt liegt, strahlend die Front des Schützenregimentes ab. Für die Versicherungskauffrau ist das kein fremdes Terrain. Sie war 1986 in Strümp Hofdame bei ihren Eltern Georg und Christel Ziebarth.
Zum Kriegsminister hat Henze zur Freude der rebellischen Freischar Björn Froning von den Freischützen bestellt. Seit gestern bereitet sich der Kaufmännische Angestellte angeblich schon auf den erwarteten Aufstand vor, denn in den zehn Jahren seines Schützenlebens hat der 43-Jährige immerhin schon fünfmal die Barrikadenkämpfe beobachten können, an denen sein Schwiegervater Klaus Stüttgen als Freischärler nicht unwesentlich beteiligt gewesen ist. An der Seite des 43 Jahre alten Kriegsministers steht Ehefrau Nicole, die selbst 16 Jahre beim Bundesspielmannszug dafür gesorgt hat, dass die Schützen in den Gleichschritt finden.
Als Finanzminister hat Henze seinen Kompaniekameraden Thomas Nauen (58) ins Kabinett berufen. Der selbstständige Malermeister ist fast solange Schütze wie sein König und hält mit Ehefrau Katrin nicht nur die Kasse des Königshauses im Auge, sondern auch den Spaßfaktor. Der war mit der Band „FarbTon“ schon am ersten Abend der Regentschaft gegeben, jedenfalls war bei den Gästen im Zelt an der Theke und auf der Tanzfläche beste Stimmung.
Vervollständigt wird das neue Königshaus durch Ordonnanzoffizier Jörg Zimmermann. Der 44-jährige Wirtschaftsprüfer gehört den Roten Husaren, die wie die Königskompanie ursprünglich aus dem Sportverein Treudeutsch Lank hervorgegangen ist, seit fast 30 Jahren an.
Quelle: Mike Kunze - RP Online